Brandaktuell  

   

Glinde (fpr). Schon an anderer Stelle wurden Folgen der langanhaltenden Hitze und der Trockenheit des vergangenen Sommers deutlich. Eine davon betrifft den Wasserstand des Glinder Mühlenteiches. Sein „Pegelstand“ ist niedrig wie nie – weitaus zu niedrig für einen Schwimmponton.

Da bisherige Prognosen weder eine wesentliche Besserung in Aussicht stellen noch ein Dauerregen in den nächsten Wochen für erhebliche Änderungen führen könnte, sieht sich die Freiwillige Feuerwehr gezwungen, ihre traditionelle Aktion des schwimmenden Weihnachtsbaumes für dieses Jahr leider absagen zu müssen. Die Tanne würde regelrecht nur im Schlamm versinken und keinen Halt finden.

Darauf weisen die Mitglieder der Wehr heute schon hin. Denn: Natürlich benötigen die Kameraden eine Planungssicherheit und hatten sich dafür eine Deadline gesetzt. Der 1. Advent, zu dem die Tanne in festlicher Beleuchtung seit 1995 (mit Unterbrechungen) sonst erstrahlte, rückt unweigerlich näher.

Doch: Aufgehoben heißt ja nicht gleich auf Zukunft eingestellt. Die Glinder Feuerwehr beteiligt sich überaus an vielzähligen Aktivitäten in der Stadt und bereichert - zusätzlich zu jetzt schon mehr als 320 Einsätzen in diesem Jahr - aus eigenen Kräften und Mitteln das kulturelle Leben und das Gemeinwohl.

Mit Bestürzung haben auch wir die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, dass unser Feuerwehrkamerad,

Ehrenlöschmeister Hans-Markus Thun,


seinem langen, schweren Leiden erlegen und am vergangenen Mittwoch verstorben ist.

Wir sind stolz, dass er sich neben seinem Beruf und zahlreichen Aktivitäten sowie einer Vielzahl weiterer Ehrenämter bei der Glinder Feuerwehr engagiert hat und immerhin stolze 58 Jahre Mitglied in unseren Reihen war.

Vor allem als Maschinist, zum Beispiel des alten Tanklöschfahrzeuges „Oma Glinde“, sprang er im wahrsten Sinne den in Not geratenen Bürgern Glindes zur Seite. So zum Beispiel auch beim Brand der großen Feldscheune.

Den „Virus Feuerwehr“ hatte er dabei schon früh auch an weitere Generationen seiner Familie weiter vererbt.

Hans-Markus Thun ist im April 1960 im Alter von 28 Jahren in die Einsatzabteilung der Glinder Feuerwehr eingetreten. Ende August 1983 musste er in die Reserveabteilung überwechseln und ist altersgemäß im Januar 1998 in die Ehrenabteilung unserer Wehr überstellt worden.

Aufgrund seiner 25-jährigen aktiven Mitgliedschaft erhielt er das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber. Doch noch am 25. März dieses Jahres wurde er auch mit der goldenen Ehrennadel der Stadt Glinde ausgezeichnet.

Wir verneigen uns in Trauer und werden ihm stets ein würdevolles Andenken bewahren.

Unsere Gedanken sind nun besonders bei seinen Angehörigen und der Familie, denen wir bereits unsere aufrichtige Anteilnahme zugesprochen haben.

Berlin/Glinde/Trittau (fpr). Mehr als 100 Bundestagsabgeordnete, 350 Feuerwehr-Führungskräfte aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Verwaltung und Wirtschaft nutzen beim 13. Berliner Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) die parlamentarische Gesprächsplattform in der Regierungsfeuerwehrwache Berlin-Tiergarten. Darunter auch die beiden Feuerwehr-Pressesprecher Michael Amann aus Trittau und Tom Reher aus Glinde, die der traditionellen Einladung gefolgt waren. Nur einer fehlte: Bundesinnenminister Horst Seehofer, der zugesagt hatte, als Hauptredner zu sprechen. Der aber musste stattdessen vor dem Innenausschuss im Bundestag Rede und Antwort stehen und hatte seinen Parlamentarischen Staatssekretär Stephan Mayer entsandt.

Dieser gestand, dass der Bund seiner Verpflichtung, den Ländern im ergänzenden Katastrophenschutz unter die Arme zu greifen, bisher nicht vollumfänglich nachgekommen ist. „Ersetzen Sie endlich die museumsreifen Fahrzeuge“, hatte DFV-Präsident Hartmut Ziebs in seinem emotionalen Grußwort zur Eröffnung die Bundespolitik aufgefordert. Denn: „Mit Technik von gestern gegen die Gefahren von morgen ankämpfen zu müssen, ist mit Sonntagsreden über die Förderung des Ehrenamts nicht vereinbar.“

Auch die Gewalt gegenüber Einsatzkräften war ein prägnantes Thema. „Selber angegriffen, bespuckt, bepöbelt oder wie jetzt in Thüringen mit Benzin übergossen zu werden, ist nicht zu tolerieren“, schimpfte Ziebs und forderte, dass ein Ruck durch Gesellschaft und Medien gehen muss. Er erteilte Neid, Hass, Missgunst, Antisemitismus, Pöbeln, Hetze und Fremdenfeindlichkeit eine klare Absage: „Das hat keinen Platz in den Feuerwehren!“

Aus Schleswig-Holstein waren die Bundestagsabgeordneten Dr. Michael von Abercron (CDU), Melanie Bernstein (CDU), Astrid Damerow (CDU), Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Gero Storjohann (CDU) sowie der Bevollmächtigte des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, der Staatssekretär Ingbert Liebing (CDU), sowie der ehemalige schleswig-holsteinische Innenminister Stefan Studt (SPD) zu der Veranstaltung erschienen. Später stieß auch noch nach der Sitzung des Innenausschusses Petra Nicolaisen (CDU) hinzu und hatte die Gelegenheit, sich mit Michael Amann und Tom Reher auszutauschen.

Reher, der sich seit einiger Zeit auf das Thema „Ethik in der Feuerwehr“ spezialisiert, konnte ihr wertvolle Anmerkungen und Anregungen mit auf den Weg geben und nahm eine Verabredung zu einem weiteren Gedankenaustausch gerne an. Als Mitglied der Christlichen Feuerwehr Vereinigung (CFV) befand er sich in bester Gesellschaft mit deren Vorsitzenden Bernd Kramp aus Karlsruhe und Daniel Nydegger aus Bubikon in der Schweiz, die auch beim 8. Bundesfachkongress des DFV am Folgetag in einem Modul über Menschenführung das Thema „Motivation und Führen mit Werten“ vermittelten.

Dieser alljährlich stattfindende Bundesfachkongress mit Michael Amann und Tom Reher als Teilnehmer bot aktuelle Informationen aus allen Bereichen der Feuerwehr zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch; so zum Beispiel über Qualitätsmanagement, Unfallversicherung und Inklusion, Datenschutz oder Psychosozialen Notfallversorgung.

Die beiden Stormarner Feuerwehr-Pressesprecher nutzten ihren Aufenthalt in der Bundeshauptstadt dann auch noch für eine anschließende fünftägige Bildungsreise mit Besichtigungen (Bundeskanzleramt, Bundespresseamt, Bundestag und Bundesrat), Klausurtagungen und Workshops des DFV sowie weiteren Exkursionen. Am Ende sprachen Michael Amann und Tom Reher unisono von einer arbeitsreichen Woche und vielen Themen, die sie noch im laufenden Jahr beschäftigen werden. Beide freuen sich aber auch jetzt schon auf den 14. Berliner Abend und den 9. Bundesfachkongress 2019: „Da sind wir sicherlich wieder mit von der Partie.“

 

Die Delegation aus Schleswig-Holstein beim Berliner Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Michael von Abercron, Melanie Bernstein, Astrid Damerow, Dr. Ernst Dieter Rossmann und Gero Storjohann sowie dem Bevollmächtigten der Landesvertretung beim Bund, Ingbert Liebing, dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Innenminister Stefan Studt sowie dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium Stephan Mayer; (3.v.r.) Michael Amann und (2.v.l.) Tom Reher. Foto: Rico Thumser/DFV

Gruppenfoto der Delegation aus Schleswig-Holstein beim Berliner Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes mit DFV-Präsident Hartmut Ziebs, den Bundestagsabgeordneten Astrid Damerow und Petra Nicolaisen sowie Michael Amann (re.) und Tom Reher (li.). Foto: Rico Thumser/DFV

Im angeregten Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen: Glindes Feuerwehr-Pressesprecher Tom Reher beim Berliner Abend des DFV. Foto: Michael Amann/FF Trittau

Beim Empfang des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin: DFV-Präsident Hartmut Ziebs (re.), CFV-Vorsitzender Bernd Kramp (2.v.r.) und Daniel Nydegger aus der Schweiz mit Glindes Feuerwehr-Pressesprecher Tom Reher (li.). Foto: Rico Thumser/DFV

Am Stand der Christlichen Feuerwehr Vereinigung bei der DFV-Bundesfachtagung in Berlin: CFV-Vorsitzender Bernd Kramp (re.), Daniel Nydegger aus der Schweiz und Glindes Feuerwehr-Pressesprecher Tom Reher (li.). Foto: Rico Thumser/DFV

 

Feuerwehren trainieren patientengerechte Rettung

 

Glinde (fpr). Einen ganzen Tag lang drehte sich auf dem Gelände der Glinder Feuerwache alles um patientengerechte Rettung. Dazu hatten sich hier vergangenen Samstag (08.09.2018) 35 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Glinde, Oststeinbek und Trittau zusammen mit zwei Helfern der ASG Ambulanz Stormarn gGmbH - Krankenbeförderung und Rettungsdienst eingefunden. An drei unterschiedlichen Stationen galt es, bei Szenarien unter realistischen Bedingungen fiktive Unfallverletzte aus verunglückten Fahrzeugen zu befreien: PKW unter Sattelauflieger, in Dachlage und mit Seitenaufprallschutz. Bei der patientengerechten Rettung geht es dabei um eine entsprechend den Verletzungsmustern schonende Befreiung der Insassen. Neben der technischen Ausstattung spielt deshalb in realen Lagen die eingespielte Kooperation zwischen Feuerwehrleuten, Notärzten und dem Rettungsdienstpersonal eine wesentliche Rolle. Dennoch muss jeder Handgriff sitzen, und auch Kenntnisse über Baureihen der verschiedensten Fahrzeugmodelle müssen vorhanden sein. Nur so lassen sich die hydraulischen Rettungsgeräte wie Scheren, Spreizer und Stempel sinnvoll einsetzen. Das Training ist Bestandteil von speziellen Übungsdiensten der Glinder Feuerwehr, die solch‘ unterschiedliche Thementage für die Angehörigen ihrer Einsatzabteilung anbietet. Die Übung am Samstag wurde durch Ausbilder der Wehr angeleitet, die ihr aktuelles Wissen im Oktober letzten Jahr bei den so genannten „Weber Rescue Days“ in Schwarzenbek erwarben und nun als Multiplikatoren weiter vermitteln konnten. Um die Verpflegung der Mannschaft kümmerte sich eine vierköpfige Küchencrew der Feuerwehr Glinde. Der Lehrgangstag wurde darüber hinaus durch die Unterstützung der Firmen Spedition Jan Bode, Struck - Hamburg Pannen- und Bergungsdienst e.K., KG KOOPS REB GmbH & Co. und Henry Schmidt GmbH als Sponsoren sowie der Stadt Glinde ermöglicht.

 

 

Diese 35 Feuerwehrleute der Wehren Glinde, Oststeinbek und Trittau trainierten gestern zusammen mit zwei Helfern der ASG Ambulanz Stormarn die patientengerechte Rettung aus verunglückten PKW’s unter realistischen Bedingungen. Foto: fpr

Glinde (fpr). Freude bei der Glinder Feuerwehr, aber auch auf Seite des Spenders. Denn was einem Gespräch „über den Gartenzaun“ entsprang und aus einem Sommerfest resultierte, konnte jüngst vollendet werden. Viktor Klung, selbständiger Kfz-Meister Nachfolger einer Glinder Reparatur- und Servicewerkstatt, staunte beeindruckt, was ihm Feuerwehr-Zugführer Sascha Grimlitza vom Einsatzspektrum und der Ausstattung seiner Wehr berichtete. Zwar ist die Freiwillige Feuerwehr der Stadt technisch schon auf einem hohen Stand, aber dennoch gibt es die eine oder andere sinnvolle Anschaffung, die die Feuerwehrleute zukunftsweisend im Visier haben.

Das konnte der Firmeninhaber, in dessen Betrieb ebenfalls topmoderne Techniken eine entscheidende Rolle spielen, nur allzu gut nachvollziehen. „Gewinnmaximierung ist das eine, soziales Engagement aber gehört für mich genauso mit dazu“, sagt der 34-Jähre mit einem Lächeln im Gesicht. Und da er das in seiner knapp bemessenen Freizeit nicht selber aktiv betreiben kann, hat er schon viele Bereiche, bislang vor allem in der sportlichen Sparte Fußball, finanziell gefördert. „Da war in diesem Jahr einfach mal die Feuerwehr fällig, die immerhin an 365 Tagen im Jahr bereitsteht, um bei Notfällen Hilfe zu leisten.“

Gesagt, getan; und so legten er und seine Belegschaft sich bei ihrem traditionellen Sommerfest auf dem Betriebsgelände in der Berliner Straße in diesem Jahr ganz besonders „ins Zeug“, um Spendenerlöse und Sammlungen unter den Besuchern zu erzielen. Das Unternehmen rundete am Ende noch einmal großzügig auf oben auf, sodass schließlich ein Betrag von sage und schreibe 5.200 Euro zur Verfügung standen. Viktor Klung und Sascha Grimlitza hatten auch schon einen Verwendungszweck vor Augen.

So floss ein Teilbetrag von 4.000 Euro für Mitgliederwerbung und Kameradschaftspflege in die Mannschaftskasse der Wehr. Und 1.200 Euro gab es als Sachspende für ein elektronisches Führungsunterstützungssystem von Eurocommand. „Das ist ein Computerprogramm, welches insbesondere der Einsatzleitung von Großschadenslagen die Arbeit enorm erleichtert“, erläutert der ehrenamtliche Feuerwehr-Zugführer. „Es können um Beispiel Einsatzabschnitte dargestellt, Lagen visualisiert sowie eine Übersicht der Einheitsstärken erstellt werden.“ Beim Einsatzabschluss gibt es auch noch ohne viel handschriftliche Notizen als Nachweis ein komplettes Einsatzprotokoll.

Zur Spendenübergabe konnte Sascha Grimlitza dem Spender bereits auf dem Laptop zeigen, wie es funktioniert. Nachdem die Software bei der Feuerwehr in der Funkzentrale installiert wurde, wird nun erst einmal der Umgang mit dem Basismodul geschult und trainiert. Später sollen Erweiterungen auch auf einen neuen Einsatzleitwagen aufgespielt werden. Damit liegt die Glinder Wehr einmal mehr auf der „Höhe der Zeit“, denn darüber hinaus ist die Vernetzung unter anderem mit anderen Einheiten, unter anderem der Technischen Einsatzleitung des Landkreises, zeitsparend und zielführend möglich.

 

Einen Scheck über 4.000 Euro überreichte Kfz-Meister Viktor Klung (li.) an den Glinder Feuerwehr-Zugführer Sascha Grimlitza als Spende für die Kameradschaftskasse. Dazu gab es auch noch eine Sachspende für ein elektronisches Führungsunterstützungssystem im Wert von 1.200 Euro. Foto: fpr

   
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