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Gemeinsame Pressemitteilung

der Freiwilligen Feuerwehren

Glinde und Reinbek

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Enorme Einsparungen bei Anschaffungskosten aufgrund überkommunaler Kooperation:

Zwei neue Drehleitern für die Feuerwehren Glinde und Reinbek


Glinde/Reinbek (ffpr). Wie jedes Einsatzfahrzeug sind die Drehleitern Bestandteil des fortgeschriebenen Beschaffungsplans der Feuerwehren.
Seit Ende April diesen Jahres stehen sie nach der Überführung durch Delegationen beider Wehren aus dem Herstellerwerk der Firma Rosenbauer in Karlsruhe bereits „im Stall“: die neuen Drehleitern der Städte Glinde und Reinbek. Die eine in der Feuerwache am Oher Weg und die andere bei der Ortswehr in der Klosterbergenstraße. Nach finalen Arbeiten in einer Werksvertretung starten jetzt die vertragsmäßigen gemeinsamen Schulungen und intensiven Einweisungen der Fahrermaschinisten in die hochmoderne Fahrzeugtechnik. Sobald die Schulungen abgeschlossen sind, gehen die Hubrettungsfahrzeuge in den jeweiligen Dienstbetrieb und kommen zum Einsatz. Bis dahin versehen noch die alten Drehleitern aus den Jahren 2005 bzw. 2001 ihren Dienst, bevor diese ausgemustert und veräußert werden.

Überkommunale Kooperation - eine Erfolgsgeschichte

Der Weg zur gemeinsamen Anschaffung war zeitintensiv und basiert auf der Initiative einer gemeinsamen Fahrzeugbeschaffung. Initiiert hatten diese Idee der Glinder Gemeindewehrführer mit dem Reinbeker Ortswehrführer aufgrund ihrer ohnehin guten kooperierenden Zusammenarbeit. Im Sommer 2017 bildeten sich Planungsteams innerhalb beider Wehren, um die Drehleitern zu konzipieren und zu konfigurieren. Auf diese Weise bündelten beide Wehren das Know-how der Gerätewarte und weiterer Experten, die im Alltag mit den Fahrzeugen arbeiten. Nachdem verwaltungsseitige Ausschreibungen erfolgten und schließlich die politischen Vertreter der beiden Städte die Finanzmittel in den Haushalten bewilligten, gab es Mitte 2020 grünes Licht für die Bestellung und den Bau der MAN-Fahrgestelle mit Rosenbauer-Aufbauten.

Die offizielle Fahrzeugübergabe erfolgt durch die Bürgermeister beider Städte, Rainhard Zug (Glinde) und Björn Warmer (Reinbek), den Bürgervorsteher Martin Radtke (Glinde) und die stellvertretende Bürgervorsteherin Anke Wiener (Reinbek) sowie der stellvertretende Gemeindewehrführer André Rheinsberg (Glinde) und der Ortswehrführer Hans-Jörg Haase (Reinbek).

Erstmalig spielte bei einer solchen Planung von Anfang an die Idee einer gemeinsamen Beschaffung eine wesentliche Rolle. Im Verlauf der, gleichwohl individuellen Überlegungen zur Ausführung der Leitern, fanden viele Planungstreffen der Teams sowie rege Abstimmungsgespräche statt. Delegationen besuchten andere Wehren mit vergleichbaren Fahrzeugen, luden Fachfirmen und Feuerwehren zu einem Vorstellungsbesuch in die Wachen ein. Im Lauf der zirka einjährigen Detailplanung kristallisierte sich schließlich eine Fahrzeugausführung im Sinne beider Feuerwehren heraus. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass auch die zuständigen Verwaltungsbereiche beider Städte an diesem Pilotprojekt engagiert mitgearbeitet haben. Unter anderem erfolgte die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen in enger Kooperation mit den Dienststellen.

Mit der Übergabe an die beiden Wehren schließt das erste Kapitel einer überkommunalen Kooperation im Bereich der Feuerwehren. Selbstverständlich muss diese nicht auf Drehleitern begrenzt sein; sie kann auch für andere Anschaffungen, wie zum Beispiel Löschfahrzeuge, Anwendung finden. Allein vor diesem Hintergrund ist die erfolgreiche Kooperation der beiden Wehren für vergleichbare Beschaffungsvorhaben anderer Wehren im ganzen Land richtungsweisend.

30 Prozent Einsparungen für hochmoderne Rettungsmittel

Allein bei den beiden Drehleitern konnten aufgrund der gemeinsamen Beschaffung beide Kommunen rund 30 Prozent des Einzelpreises einsparen – Steuergelder, die trotz Bezuschussungen aus der Feuerschutzsteuer letztendlich den Bürgern zugutekommen. Rund 931.000 Euro beträgt der Preis für jede Drehleiter, den die Städte als Träger der Feuerwehr zur Sicherstellung des Brandschutzes aufwenden müssen. Dennoch: Sollte auch nur ein einziges Menschenleben durch dieses Rettungsmittel vor dem Tod bewahrt werden können, hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Die technische Ausstattung der 30 Meter hohen Drehleitern mit Rettungskorb - offizielle Bezeichnung DLA (K) 23/12 - ist enorm (siehe Anlage). Zudem sind sie vielseitig einsetzbar.

Symbolische Übergabe erfolgt am Schnittpunkt beider Einsatzbereiche

Die symbolische Schlüsselübergabe der beiden neuen Drehleitern erfolgt, eingerahmt von den Bestandsfahrzeugen, auf einem Firmengelände im Industriegebiet an der Gutenbergstraße. Diesen Ort haben die Vertreter bewusst gewählt, um die gemeinsame Beschaffung mit einer Übergabe an einem Berührungspunkt beider Einsatzbereiche abzuschließen und zu besiegeln.

Die Meldung zur Indienststellung - und damit die Nutzung im Einsatzdienst - erfolgt aber erst nach Abschluss der jeweiligen wehrinternen Aus- bzw. Weiterbildung, damit Fahrzeuge und Personal im Einsatzfall helfen können. Die Dauer der Trainings ist natürlich abhängig von den aktuellen Bedingungen und möglichen Zeitfenstern der Ausbilder und auszubildenden Feuerwehrangehörigen.

 

Glinde/Reinbek, 28.05.2021

 

Ansprechpartner:

Joachim Stanisch, Pressesprecher Feuerwehr Reinbek
Tel.: 0172-9871164 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Penelope Friebel, Pressesprecherin Stadt Reinbek
Tel.: 0151-11141699 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tom Reher, Pressesprecher Feuerwehr Glinde
Tel.: 0171-4159816 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Katharina Richter, Pressesprecherin Stadt Glinde
Tel.: 0173-2351204 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Zahlen, Daten, Fakten

Bezeichnung: Drehleiter mit Korb, Typ L32A-XS auf MAN-Fahrgestell. Gewicht 16 Tonnen, 320 PS Aufbau Rosenbauer

Besondere Merkmale

Korb:

  • Multifunktionaler Arbeitskorb mit Nutzlast 500 kg / 5 Personen
    • Aufnahmen für Schwerlast-Krankentrage bzw. normale Krankentrage
    • Aufnahme für elektrischen Druckbelüfter
    • Aufnahme für Schuttmulde
    • Aufnahme Sägewerkzeuge
    • Aufbau einer Wärmebildkamera
    • Aufbau eines vollelektronischen Werfers incl. paralleler Beleuchtung zur Nutzung des Korbs ohne Personal
  • Integrierte Wasserdüsen zum Eigenschutz des Personals
  • 4-fach-Einstieg durch Zugangsmöglichkeiten an den Seitenwänden des Korbs

 

Leitersatz:

  • 5-teiliger Leiterpark mit Gelenkarm z.B. zum Einsatz bei abgewandten Dachseiten oder zurückliegenden Gauben incl. Kamera-Überwachung für Personal und Anleiterrichtung
  • Innovative Beleuchtungsanordnungen in LED-Technik an Aufstellstützen, unterhalb des Leiterparks sowie am Podium. Hinderniserkennung durch Scheinwerferanordnung in vertikaler Richtung
  • Festmontiertes Aluminium-Rohr mit flexiblem Verbindungsschlauch zu Nutzung des Werfers im obersten Leitersatzsegments
  • Diverse, fest verbaute Lastösen an Lafette und Leitersatz
  • Installiertes CAN-Bussystem mit diversen Spezialfunktionen wie Rückholfunktion, vertikales Rettungssystem (VRS) und Anleiter-Ziel-System (TMS Target Memory System)
  • Diverse Kameras zur Überwachung des Drehleiterbetriebs, u.a. die Funktion einer Wärmebildkamera im Korbbereich

Otava VPK ist eine Vertragsfeuerwehr in Mikkeli im Herzen von Süd-Savo in Mittelfinnland. Sie wurde 1940 zum Schutz des Ballungsraums Otava (ehemaliges Dorf Liukkola) und der Umgebung in den ländlichen Gebieten von Mikkeli gegründet und ist heute die erste Vertragsfeuerwehr unter der Rettungsabteilung von Süd-Savo im 36. Bezirk von Mikkeli. Damit feiert die Feuerwehr von Otava mit ihrer Jugendfeuerwehr, der Einsatz-, Frauen- und Veteranenabteilung in diesem Jahr ihr 80. Jubiläum nach ihrer Gründung. Dazu gratulieren wir den Kameraden ganz herzlich und können uns stolz schätzen, zu dieser Feuerwehr gleichzeitig seit nunmehr 30 Jahre eine enge Freundschaftsbeziehung zu pflegen. Gern wären wir an diesem Wochenende mit einer Delegation der Glinder Feuerwehr nach Otava gekommen, um unsere Grüße persönlich auszurichten und an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Leider hat die Corona-Pandemie auch diesem Fest einen Strich durch die Rechnung gemacht. Umso intensiver sind unsere Gedanken damit aber an diesem Wochenende bei der Feuerwehr in Otava. Auf die nächsten Jahre und ein baldiges Wiedersehen!

Juli 1990: Nach einer schriftlichen Kontaktaufnahme zum finnischen Brandschutzverband hatte die jugendfeuerwehr aus Otava (Mittelfinnland) Interesse gezeigt, eine Beziehung zu einer deutschen Jugendfeuerwehr aufzubauen. So war die Glinder Jugendfeuerwehr erstmals einer Einladung zur Teilnahme an einem Zeltlager in Jännevirta gefolgt. Startschuss für eine intensive Freundschaft zwischen beiden Jugendfeuerwehren, denn der Funke zwischen den Jugendlichen aus Otava und Glinde war sofort übergesprungen. Schon bald wurde daraus nicht nur eine Freundschaft der beiden Jugendfeuerwehren, sondern auch der Einsatzabteilungen und der gesamten Wehren beider Kommunen. Regelmäßige Besuche und Austausche haben seitdem 'hüben und d'rüben' stattgefunden. Mit der Folge, dass auch private Freundschaften zwischen den Kameraden entstanden. In diesem Jahr besteht die Freundschaft beider Wehren nunmehr 30 Jahre und sollte an diesem Wochenende in Otava feierlich gewürdigt werden. Leider hat die Corona-Pandemie auch diesem Fest einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Freundschaft tut es aber dennoch keinen Abbruch. Zum Gruß an die Kameraden in Otava, an die wir dieses Wochenende ganz besonders intensiv denken, schwenken wir die Fahnen. Glückwunsch zu diesem Jubiläum! Wir sind uns sicher, dass unsere Freundschaft auch die nächsten 30 Jahre andauern wird und würden uns freuen, die Jugendfeuerwehrleute aus Otava dann im nächsten Jahr bei uns in Glinde wieder einmal willkommen heißen zu können.

„Ode an die Freude“

Corona – Zeit des Abstandhaltens, der Ausgangsbeschränkungen, der Geduld und der Ängste.

Viele fühlen sich eingeengt, alleingelassen und ausgeliefert, besonders an Ostern.

Aber: Es ist auch eine Zeit des Zusammenhaltens, Helfens, der Rücksicht und der Hoffnung.

Denn: Nur gemeinsam ist diese außergewöhnliche Zeit zu bewältigen.

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Aktionen.

Und nur eine unter vielen ist die inzwischen schon andernorts verbreitete Idee, in 30 Metern Höhe aus dem Korb einer Feuerwehr-Drehleiter auf einer Trompete das Lied „Ode an die Freude“ über die Dächer der Stadt zu spielen.

„Ode an die Freude“ – wie passend. Die vom Komponisten Ludwig van Beethoven letzte vollendete 9. Sinfonie, uraufgeführt 1824. 1972 wurde das Hauptthema des letzten Satzes vom Europarat zu seiner Hymne erklärt und 1985 von der Europäischen Gemeinschaft als offizielle Europahymne angenommen. In der Begründung heißt es, „sie versinnbildliche die Werte, die alle teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“. (Quelle: Wikipedia)

Im Landkreis Stormarn gab der Ortswehrführer der Reinbeker Feuerwehr, Hans-Jörg Haase, den Anstoß, alle Städte und Gemeinden mit Drehleitern in Stormarn mögen gemeinsam den Trompeten-„Einsatz“ auf ihren Marktplätzen durchführen.

Und so war es neben Reinbek damit auch die Glinder Feuerwehr, die als Trompetenspieler für ihre spontane Aktion den Chorleiter des Posaunenchores der Kirchengemeinde Glinde und Neuschönningstedt, Michael Oldsen, engagieren konnte. Punkt 18:00 Uhr fuhr er gestern (10.04.2020) vor dem Rathaus im Drehleiterkorb der Glinder Wehr in 30 Meter empor und ließ die „Ode an die Freude“ über die Stadt erklingen. Applaus der Zuschauer/Spaziergänger, die sich zu dem Zeitpunkt auf dem Marktplatz befanden, an ihn und die Feuerwehrleute zeugten von Dank und Anerkennung.

Das diese Aktion am Karfreitag erfolgen konnte, ist dem Einverständnis der Glinder Pastoren von der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannes und des Ordnungsamts zu verdanken. Damit stand der Gruß an die Bürgerinnen und Bürger auch nicht dem Gesetz über Sonn- und Feiertagen (hier insbesondere dem christlichen Glauben des Karfreitags) entgegen.

Eine besondere Zugabe erhielten die Bewohner und Nachbarn des Alten- und Pflegeheimes „Haus Togohof“ und des Senioren-Zentrums „An der Alten Wache“, wo Michael Oldsen von der Feuerwehr-Drehleiter aus nochmals den Schall seiner Trompeten erklingen ließ – sehr zur Freude der älteren Menschen und des Pflegepersonals.

   
© Freiwillige Feuerwehr Glinde

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